Rezept-Überblick
Ob als Dressing zum Salat oder zur Weiterverabreitung in Speisen: Hier erklären wir wie ihr Cannabis Öl geruchsarm selbst herstellen könnt.
Zutaten
- 250 ml Olivenöl
- Cannabis
Zubereitung
ACHTUNG!
Es handelt sich hierbei nicht um Öl, welches in einem Vaporizer oder zur Anreicherung eines Joints verwenden könnt. Dieses Öl kann weder geraucht noch verdampft werden.
Cannabis decarboxilieren
Wir beginnen damit unser Cannabis zu decarboxilieren. Falls ihr nicht wisst, wie das funktioniert, findet ihr die Anleitung dafür hier.
Cannabis und Öl in Einmachglas geben
Als nächstes füllen wir zuerst die zerkleinerten Cannabisblüten und anschließend die 250ml Olivenöl in Drahtbügel-Einmachgläser und verschließen den Deckel.
Einmachglas ins Wasserbad
Anschließend geben wir das Einmachglas in einen vorbereiteten Topf mit Wasser. Auf kleinster Stufe sollte das Ganze für mindestens 2 Stunden erhitzt werden. Wer ein Küchenthermometer besitzt, kann die Temperatur bei ca. 90° einpendeln. Es sollte vermieden werden, dass das Wasser kocht. Je länger ihr euer Öl erhitzt, desto besser für das Endergebnis.
Öl durch ein Sieb reinigen
Um die Blüten aus dem Öl zu filtern, geben wir den Inhalt aus dem Einmachglas durch ein Feinmaschiges Küchensieb. Wer hat, kann hier ein Dreieckstuch aus dem Verbandskasten oder ein anderes Passiertuch zur Hilfe nehmen.
Öl verwenden
Unser fertiges Öl können wir nun in weiteren Speisen verwenden. Hierzu können wir es in Gerichten weiterverarbeiten oder direkt als Dressing oder Topping für einen Salat nutzen.
Wie viel Cannabis auf 250 ml Öl?
Das Rezept lässt die Menge offen. Als Richtwert funktionieren 10 g decarboxyliertes Cannabis auf 250 ml Olivenöl gut – mehr passt rein, wird aber kaum noch aufgenommen, weil das Öl gesättigt ist.
Gerechnet mit 15 Prozent THC ergibt das rund 830 mg Wirkstoff in 250 ml, also etwa 3,3 mg THC pro Milliliter:
| Menge | THC (bei 3,3 mg/ml) | Einschätzung |
|---|---|---|
| 1 TL (ca. 5 ml) | ca. 16 mg | deutlich spürbar |
| 1 EL (ca. 15 ml) | ca. 50 mg | stark |
| 250 ml gesamt | ca. 830 mg | ergibt rund 20 Portionen |
Für ein Dressing heißt das: Ein Esslöffel Cannabis-Öl im Salat für eine Person liegt weit über jeder Einstiegsdosis. Mische es fürs Essen im Verhältnis eins zu vier oder eins zu fünf mit normalem Olivenöl – dann kommst du pro Portion in einen Bereich, der sich kontrollieren lässt.
Cannabis-Öl ist nicht RSO und nicht CBD-Öl
Drei Produkte, die im Alltag ständig verwechselt werden, obwohl sie kaum etwas gemeinsam haben:
- Cannabis-Olivenöl – das hier: Speiseöl, in dem Cannabinoide gelöst sind. Gedacht zum Kochen und Essen, mit einem Wirkstoffgehalt im Bereich weniger Milligramm pro Milliliter.
- RSO (Rick Simpson Oil) – ein hochkonzentriertes Lösungsmittelextrakt von teerartiger Konsistenz. Der Wirkstoffgehalt liegt um ein Vielfaches höher, die Dosierung bewegt sich im Bereich von Reiskörnern. Kein Speiseöl.
- CBD-Öl – aus CBD-reichen Sorten hergestellt, praktisch ohne THC und damit ohne berauschende Wirkung. Frei verkäuflich.
Und wie im Rezept oben gewarnt: Dieses Öl kann weder geraucht noch verdampft werden. Speiseöl im Vaporizer beschädigt das Gerät und ist beim Einatmen gesundheitsschädlich.
Warum Wasserbad und Einmachglas
Der Aufbau aus dem Rezept löst zwei Probleme auf einmal. Das Wasserbad deckelt die Temperatur bei 100 °C – ein Überhitzen ist damit praktisch ausgeschlossen, auch wenn du zwei Stunden lang nicht danebenstehst. Und das verschlossene Glas hält den Geruch drin, was bei zwei Stunden Ziehzeit der Unterschied zwischen einer diskreten und einer sehr auffälligen Aktion ist.
Achte darauf, dass das Wasser im Topf nicht vollständig verdampft – bei zwei Stunden auf kleiner Flamme lohnt sich ein Blick alle halbe Stunde. Ein Geschirrtuch oder ein Untersetzer unter dem Glas verhindert, dass es direkt auf dem heißen Topfboden steht.
Welches Öl?
Olivenöl ist der Standard: gut verfügbar, geschmacklich passend für Herzhaftes, und es bindet Cannabinoide zuverlässig. Nachteil ist der Eigengeschmack – in Süßspeisen stört er.
Kokosöl nimmt durch seinen hohen Anteil mittelkettiger Fettsäuren sogar etwas mehr Wirkstoff auf und ist geschmacklich neutraler. Es wird allerdings bei Raumtemperatur fest, was für Dressings unpraktisch ist, fürs Backen aber ideal.
Raps- oder Sonnenblumenöl sind geschmacksneutral und günstig, extrahieren aber etwas schlechter als Oliven- oder Kokosöl.
Die häufigsten Fehler
- Zum Anbraten verwendet. Der teuerste Fehler bei diesem Rezept. In der Pfanne erreicht Öl schnell über 180 °C – der Wirkstoff verbrennt. Cannabis-Öl gehört über das fertige Gericht, nicht in die heiße Pfanne.
- Decarboxylierung übersprungen. Zwei Stunden Wasserbad bei 100 °C decarboxylieren nicht zuverlässig nach. Der Schritt vorher ist Pflicht.
- Zu fein gemahlen. Feines Pulver macht das Öl trüb, dunkelgrün und bitter, ohne mehr Wirkstoff zu liefern.
- Wasser ins Glas bekommen. Wasser im Öl verkürzt die Haltbarkeit drastisch und fördert Schimmel. Glas trocken befüllen, Deckel dicht schließen.
- Im hellen Regal gelagert. Licht ist der größte Feind von Speiseöl und von THC gleichermaßen.
Haltbarkeit und Lagerung
In einer dunklen, gut verschlossenen Flasche hält Cannabis-Olivenöl kühl und dunkel gelagert etwa zwei bis drei Monate. Der begrenzende Faktor ist das Öl selbst – es wird irgendwann ranzig, was du am kratzigen, alten Geruch merkst.
Im Kühlschrank hält es länger, wird aber trüb und dickflüssig; das ist harmlos und verschwindet bei Zimmertemperatur wieder. Wenn du größere Mengen ansetzt, friere einen Teil in einer Eiswürfelform ein – so bleibt der Rest frisch.
Wofür du es verwenden kannst
Alles, was kalt oder nur lauwarm bleibt: Dressings, Pesto, Hummus, Dips, Marinaden nach dem Garen, Brötchen mit Öl und Salz, über Pasta oder Suppe geträufelt. Beim Backen funktioniert es ebenfalls, solange die Temperatur unter etwa 160 °C bleibt.
Als Faustregel: Überall dort, wo du normales Olivenöl nachträglich zugibst, passt Cannabis-Öl. Überall dort, wo Öl heiß wird, nicht.
Häufige Fragen
Warum steht im Rezept ausdrücklich „geruchsarm“?
Weil das verschlossene Einmachglas den Großteil der flüchtigen Terpene im Glas hält. Verglichen mit dem offenen Topf ist die Geruchsentwicklung deutlich geringer – der Hauptgrund, warum viele diese Methode der Butter-Variante vorziehen.
Kann ich Trim und Blattmaterial nehmen?
Ja. Bei 1 bis 4 Prozent THC brauchst du grob die drei- bis vierfache Menge. Weil dann viel Pflanzenmaterial im Glas liegt, wird das Öl grüner und krautiger – für Herzhaftes wie Pesto stört das kaum.
Wie lange dauert es, bis die Wirkung einsetzt?
30 bis 120 Minuten, Stärkepunkt nach zwei bis vier Stunden, Gesamtdauer vier bis acht Stunden. Öl im Essen flutet oft etwas schneller an als trockenes Gebäck, weil es bereits gelöst vorliegt.
Was tun, wenn ich zu viel erwischt habe?
Hinsetzen oder hinlegen, etwas trinken, jemanden dabeihaben und abwarten. Nicht Auto fahren. Bei starkem Herzrasen, anhaltendem Erbrechen oder großer Angst ärztliche Hilfe holen.
Hinweis: Alle Dosierungsangaben sind Schätzwerte auf Basis üblicher Wirkstoffgehalte. Ohne Laboranalyse lässt sich der tatsächliche THC-Gehalt nicht bestimmen. Bewahre Cannabis-Öl deutlich beschriftet und außer Reichweite von Kindern auf.
