Rezept-Überblick
Cannabisbutter, auch als „Cannabutter“ bekannt, kann zur Zubereitung verschiedener Rezepte verwendet werden. Dieses Rezept zeigt Schritt für Schritt, wie Cannabis in Butter eingearbeitet wird. Es erfordert nur einige grundlegende Zutaten und Zeit, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Du kannst dafür natürlich auch selbst angebautes Cannabis verwenden.
Zutaten
- 250 g Butter
- 10 g Aktiviertes Cannabis
- 500 ml lauwarmes Wasser
Zubereitung
WICHTIG – Dosierung
Die Dosierung dieses Rezeptes geht bei der Zubereitung von folgenden Faktoren aus:
18% THCA Gehalt deiner Blüten, 90%ige Effizienz bei deiner Decarboxylierung des Cannabis, 250 gr. Butter
Diese Vorgehensweise ergibt rein rechnerisch eine Dosierung von 6,5 mg Cannabis pro Gramm Butter, was eine vorsichtig durchschnittliche Dosierung beschreibt. Achtet bei der Weiterverarbeitung der Butter in Edibles darauf, dass ihr diese Angaben berücksichtigt. Fangt gern mit etwas weniger an und tastet euch langsam an eine für euch verträgliche Dosis heran. Für eine Einschätzung der Wirkung könnt ihr euch an der oben stehenden Grafik orientieren. Für eine individuelle Berechnung nutzt gerne die tiefergehenden Informationen in unserem Beitrag über die Dosierung von Edibles.

Utensilien
Neben den Zutaten benötigt ihr noch zusätzlich folgende Utensilien:
- kleiner Kochtopf (wenn vorhanden, Simmertopf)
- Hitzefeste Edelstahl-Schüssel
- Passiertuch (optional)

Aktiviertes Cannabis vorbereiten
Starte damit, die gewünschte Menge decarboxyliertes Cannabis in eine kleine Schüssel mit etwas lauwarmen Wasser (ca. 30–50 °C) zu geben. Vorsicht: das Wasser bitte nicht kochen! Als Faustregel kannst du ca. 50 ml Wasser pro Gramm Cannabis verwenden. Das Cannabis kann so etwas Wasser ziehen und gibt dadurch anschließend die Aromen (Terpene) besser an die Butter ab. Das Cannabis sollte 30-60 Minuten in dem Wasserbad verbleiben. Anschließend gründlich abgießen und leicht ausdrücken, aber nicht auspressen.
Durch das Einweichen im Wasser werden wasserlösliche Stoffe wie Zucker und Chlorophyll entfernt, was den Geschmack verbessert, ohne die Wirkung zu beeinträchtigen. Da THC fettlöslich ist, geht es nicht in das Wasser über, es bleibt im Cannabis und wird später in der Butter extrahiert. Die Wirkung geht also nicht verloren.

Butter schmelzen
Nun bringen wir die Butter zum Schmelzen. Dies machen wir entweder im Wasserbad oder (wenn vorhanden) im Simmertopf. Wichtig ist an dieser Stelle, die Butter nicht direkt zu erhitzen, da wir so die genaue Temperatur nur schwer bestimmen können und bei zu viel Hitze dann Geschmack verloren geht.
Cannabis & Butter einköcheln lassen
Wir geben zur verflüssigten Butter nun das Cannabis-Wasser-Gemisch hinzu und lassen das Ganze für ca. 45 Minuten köcheln.

Filtern (optional)
Anschließend kann je nach Wunsch das Cannabis herausgefiltert oder in der Butter belassen werden. Nutzt dazu entweder ein grobes Tuch oder ein spezielles Passiertuch, das euch diese Arbeit erleichtert.
Kühl stellen & Trennen
Das Molke-Butter-Gemisch kann dann für ca. 60 Minuten kaltgestellt werden (z. B. im Kühlschrank). Anschließend trennen wir die flüssige Molke von der erkalteten Butter und können die Butter anschließend weiterverarbeiten oder erstmal lagern.

Fertig!
Wir haben nun unsere Cannabis Butter fertig. Teilt dieses Rezept gerne über die Teilen-Funktion im oberen Bereich des Rezepts.

Geruch beim Kochen reduzieren
Beim Herstellen von Cannabisbutter entsteht ein intensiver, krautiger Geruch, der sich in der ganzen Wohnung verteilen kann. Wer diskret bleiben möchte, kann ihn mit ein paar Kniffen deutlich abmildern:
- Niedrige Temperatur: Ein Wasserbad oder Simmertopf riecht spürbar weniger als direktes, heißes Erhitzen – und schont zugleich die Terpene.
- Lüftung steuern: Dunstabzug auf voller Stufe, ein leicht gekipptes Fenster in der Küche und die geschlossene Tür zu den übrigen Räumen halten den Geruch lokal.
- Türspalt abdichten: Ein zusammengerolltes Handtuch unter der Küchentür verhindert, dass sich der Geruch im Flur festsetzt.
- Gegengerüche: Parallel etwas Stark-Aromatisches (Zwiebeln, Kaffee, ätherische Öle) zu kochen, überdeckt den typischen Geruch zusätzlich.
Cannabisbutter im Thermomix
Der Thermomix eignet sich gut für Cannabutter, weil er Temperatur und Rühren präzise steuert. So gelingt sie Schritt für Schritt:
- Bereits decarboxyliertes Cannabis zusammen mit der Butter in den Mixtopf geben (250 g Butter auf ca. 10 g Blüten).
- Optional etwas Wasser zugeben, damit nichts anbrennt.
- Rund 60–90 Minuten bei 70 °C auf Stufe 1–2 mit eingesetztem Garkorb als Spritzschutz köcheln lassen.
- Durch ein Passiertuch abgießen und die Butter im Kühlschrank fest werden lassen.
Wichtig: 70 °C nicht deutlich überschreiten – zu viel Hitze zerstört Terpene und Wirkstoff.
Haltbarkeit & Lagerung
Luftdicht verschlossen hält sich Cannabisbutter im Kühlschrank rund 2–3 Wochen. Eingefroren – am besten portionsweise – ist sie mehrere Monate haltbar. Kühl, dunkel und luftdicht gelagert bleiben Wirkung und Aroma am längsten erhalten.
Häufige Fragen zur Cannabisbutter
Riecht das Herstellen von Cannabisbutter stark?
Ja, beim Erhitzen entsteht ein deutlicher krautiger Geruch. Mit niedriger Temperatur (Wasserbad/Simmertopf), Dunstabzug, gekipptem Fenster und abgedichteter Tür lässt er sich aber stark reduzieren.
Kann ich Cannabisbutter im Thermomix machen?
Ja. Decarboxyliertes Cannabis mit der Butter etwa 60–90 Minuten bei 70 °C auf Stufe 1–2 köcheln lassen und anschließend abseihen. Die Temperatur sollte 70 °C nicht wesentlich übersteigen.
Wie lange ist Cannabisbutter haltbar?
Im Kühlschrank etwa 2–3 Wochen, eingefroren mehrere Monate. Luftdicht, kühl und dunkel lagern.
Wie dosiere ich Cannabisbutter richtig?
Dieses Rezept ergibt rechnerisch rund 6,5 mg pro Gramm Butter. Taste dich vorsichtig heran und beachte, dass Edibles verzögert und länger wirken. Details findest du in unserem Leitfaden zur Dosierung von Edibles.
Kann ich statt Butter Öl verwenden?
Ja, das Prinzip funktioniert genauso mit Speiseöl – siehe unser Rezept für Cannabis-Olivenöl.
Weiterkochen mit der Butter: Cannabisbutter-Brownies, Space Cookies und Hash-Schokolade.
Wie viel THC steckt am Ende wirklich in der Butter?
Die Angabe weiter oben – 6,5 mg pro Gramm Butter – ist die rechnerische Obergrenze. Sie unterstellt, dass jedes Molekül THCA in THC umgewandelt wird und vollständig ins Fett übergeht. In einer normalen Küche passiert beides nicht. Wer realistisch rechnen will, nimmt drei Faktoren dazu:
- Umrechnung THCA zu THC: Beim Decarboxylieren spaltet das Molekül eine Carboxylgruppe ab und verliert dabei Masse. Aus 1.000 mg THCA werden rechnerisch höchstens 877 mg THC – Faktor 0,88.
- Vollständigkeit der Decarboxylierung: Bei 110 bis 120 °C über 30 bis 45 Minuten sind 85 bis 95 Prozent realistisch, nicht 100.
- Extraktion ins Fett: Butter nimmt beim Simmern etwa 60 bis 80 Prozent der verfügbaren Cannabinoide auf. Der Rest bleibt im Pflanzenmaterial und im Passiertuch.
Daraus wird diese Formel:
mg THC = Gramm Blüten × 1.000 × (THC-Gehalt in Prozent ÷ 100) × 0,88 × 0,9 × 0,7
Gerechnet mit den Mengen aus diesem Rezept
10 g Blüten mit 18 Prozent THCA, 250 g Butter:
- 10 × 1.000 × 0,18 = 1.800 mg THCA im Ausgangsmaterial
- 1.800 × 0,88 = 1.584 mg – mehr THC kann daraus chemisch nicht entstehen
- 1.584 × 0,9 = 1.426 mg nach der Decarboxylierung
- 1.426 × 0,7 = rund 1.000 mg THC, die tatsächlich in der Butter landen
Verteilt auf 250 g Butter sind das etwa 4 mg THC pro Gramm Butter – nicht 6,5. Rechne im Zweifel mit der niedrigeren Zahl. Nach unten korrigieren lässt sich nichts mehr, wenn der Keks einmal gegessen ist.
Tabelle: mg THC pro Gramm Butter (auf 250 g Butter)
| Blüten | 10 % THC | 15 % THC | 18 % THC | 22 % THC |
|---|---|---|---|---|
| 5 g | 1,1 mg/g | 1,7 mg/g | 2,0 mg/g | 2,4 mg/g |
| 10 g | 2,2 mg/g | 3,3 mg/g | 4,0 mg/g | 4,9 mg/g |
| 15 g | 3,3 mg/g | 5,0 mg/g | 6,0 mg/g | 7,3 mg/g |
Ein Teelöffel Butter wiegt etwa 5 g, ein Esslöffel etwa 15 g. Bei 4 mg/g sind das 20 beziehungsweise 60 mg THC – der Esslöffel allein liegt damit weit über dem, was eine ungewohnte Person verträgt.
Wenn du andere Mengen oder einen anderen Wirkstoffgehalt verwendest, rechnet dir der Rechner das direkt aus. „Portionen“ meint dabei, in wie viele Stücke du die fertige Butter am Ende verteilst – also etwa die Zahl der Kekse, die daraus entstehen.
Rechne deine eigene Butter durch
Wie stark wird eine Portion? Trage deine Werte ein – die Rechnung passt sich sofort an.
Annahmen anpassen
Der Faktor 0,88 für die Umrechnung von THCA zu THC ist fest hinterlegt – er ergibt sich aus dem Massenverlust beim Abspalten der Carboxylgruppe.
Alle Werte sind Schätzungen. Ohne Laboranalyse lässt sich der tatsächliche THC-Gehalt nicht bestimmen. Als Einstiegsdosis gelten 2,5 bis 5 mg THC. Beginne mit einer kleinen Menge und warte mindestens zwei Stunden ab.
Mit oder ohne Wasser?
Beide Varianten funktionieren, sie lösen unterschiedliche Probleme.
Mit Wasser – wie in diesem Rezept – wirkt als Temperaturbremse: Solange Wasser im Topf ist, kommt die Mischung kaum über 100 °C. Das Wasser bindet außerdem einen Teil der wasserlöslichen Bitterstoffe und des Chlorophylls, die sonst im Fett bleiben würden. Die Butter wird milder und heller. Nachteil: Sie muss anschließend im Kühlschrank fest werden, damit sich Fett und Wasser trennen lassen – das kostet mehrere Stunden.
Ohne Wasser geht schneller und ergibt eine intensiver schmeckende, deutlich grünere Butter. Dafür musst du die Temperatur selbst im Griff behalten. Ohne Thermometer ist das riskant: Sobald die Butter zu bräunen beginnt, liegt sie über 150 °C, und ab etwa 160 °C fängt THC an, sich abzubauen.
Die fünf häufigsten Fehler
- Zu heiß. Die Mischung darf simmern, nicht kochen. Kleine Bläschen am Topfrand sind richtig, sprudelnde Blasen nicht.
- Decarboxylierung übersprungen. Rohes Cannabis enthält THCA, nicht THC. Ohne diesen Schritt entsteht Butter, die nach Cannabis schmeckt und praktisch nichts bewirkt.
- Zu fein gemahlen. Pulverfeines Material rutscht durch das Passiertuch, färbt die Butter dunkelgrün und macht sie bitter – ohne dass mehr Wirkstoff herausgelöst würde. Grob zerkleinert reicht völlig.
- Das Tuch ausgewrungen. Kräftiges Auspressen holt vor allem Chlorophyll und Pflanzensaft heraus, nicht Cannabinoide. Abtropfen lassen und höchstens sanft drücken.
- Nicht beschriftet. Im Kühlschrank ist Cannabisbutter von normaler Butter nicht zu unterscheiden. Ein Etikett mit Datum und geschätzter Stärke pro Gramm gehört dazu – besonders in einem Haushalt mit mehreren Personen.
Haltbarkeit und Lagerung
Luftdicht im Kühlschrank hält Cannabisbutter zwei bis drei Wochen, im Gefrierfach bis zu sechs Monate. Der begrenzende Faktor ist nicht die Wirkung, sondern das Fett: Butter nimmt Fremdgerüche an und wird irgendwann ranzig.
Licht, Wärme und Sauerstoff bauen THC nach und nach zu CBN ab – die Butter wird nicht schlecht, aber die Wirkung verschiebt sich mit der Zeit ins Müde, Schwere. Ein dunkles Schraubglas ganz hinten im Kühlschrank ist deshalb besser als eine Butterdose in der Tür.
Praktisch fürs Portionieren: Die noch flüssige Butter in eine Eiswürfelform gießen. Ein Standardwürfel fasst rund 15 g, das entspricht bei 4 mg/g etwa 60 mg THC pro Würfel. So lässt sich später genau abzählen, statt zu schätzen.
Häufige Fragen
Kann ich Blätter und Trim statt Blüten verwenden?
Ja. Blattmaterial aus der Ernte liegt je nach Sorte bei etwa 1 bis 4 Prozent THC, also deutlich unter Blüten. Als Faustregel brauchst du die drei- bis vierfache Menge, um auf eine vergleichbare Stärke zu kommen. Weil damit auch mehr Pflanzenmaterial im Topf liegt, wird die Butter grüner und krautiger – die Wasser-Variante gleicht das etwas aus.
Funktioniert das auch mit Haschisch?
Ja, und es ist sogar unkomplizierter. Hasch hat einen höheren Wirkstoffgehalt, entsprechend brauchst du weniger – grob ein Drittel bis die Hälfte der Blütenmenge. Decarboxylieren musst du es trotzdem. Da kaum Pflanzenmaterial dabei ist, entfällt das Abseihen fast vollständig, und die Butter bleibt heller.
Warum schmeckt meine Butter bitter?
Fast immer liegt es an zu fein gemahlenem Material, zu langer Kochzeit oder am Auswringen des Tuchs. Alle drei bringen Chlorophyll ins Fett. Beim nächsten Mal grob zerkleinern, die Simmerzeit nicht über 90 Minuten ziehen und das Tuch nur abtropfen lassen.
Geht Cannabisbutter im Thermomix?
Ja, und die Temperaturkontrolle ist dort sogar leichter als auf dem Herd. Decarboxyliertes Cannabis mit der Butter und etwas Wasser bei 90 °C auf Stufe 1 für etwa zwei Stunden laufen lassen, danach wie gewohnt abseihen und kalt stellen. Wichtig ist nur, die Temperatur nicht höher zu wählen – die Zeit macht das Ergebnis, nicht die Hitze.
Wie lange dauert es, bis die Wirkung einsetzt?
Gegessene Cannabisprodukte wirken deutlich später als gerauchte: typischerweise nach 30 bis 120 Minuten, mit dem Stärkepunkt nach zwei bis vier Stunden und einer Gesamtdauer von vier bis acht Stunden. Der häufigste Fehler ist, nach einer Stunde nachzulegen, weil noch nichts passiert. Warte mindestens zwei Stunden, bevor du überhaupt über mehr nachdenkst.
Hinweis: Die Angaben auf dieser Seite sind Schätzwerte auf Basis üblicher Wirkstoffgehalte. Ohne Laboranalyse lässt sich der tatsächliche THC-Gehalt nicht bestimmen. Beginne immer mit einer kleinen Menge und warte die volle Wirkung ab.
