Das Endocannabinoid-System einfach erklärt

Warum wirkt Cannabis überhaupt im Körper? Der Schlüssel ist das Endocannabinoid-System – ein körpereigenes Regelnetzwerk. Hier erklären wir verständlich, wie es aufgebaut ist, was es tut und welche Rolle es für die Wirkung von Cannabis spielt.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Die genannten Studien beschreiben den Forschungsstand, nicht die Wirkung eines konkreten Produkts. Cannabis ist ausschließlich für Erwachsene ab 18 Jahren.

Was ist das Endocannabinoid-System?

Das Endocannabinoid-System (ECS) ist ein körpereigenes Signalsystem, das an der Feinregulierung vieler Prozesse beteiligt ist – darunter Schmerz, Appetit, Stimmung, Schlaf, Stressverarbeitung und Immunfunktion. Man kann es sich als eine Art Balance-System vorstellen, das hilft, den Körper im Gleichgewicht zu halten. Näher beschrieben wurde es erst in den 1990er-Jahren, maßgeblich durch die Arbeitsgruppe um den Chemiker Raphael Mechoulam.

Die Bausteine im Detail

Rezeptoren

Es gibt zwei Haupt-Rezeptortypen: CB1-Rezeptoren sitzen überwiegend im Gehirn und Nervensystem und sind für die psychoaktiven Effekte von THC verantwortlich. CB2-Rezeptoren finden sich vor allem im Immunsystem und in peripheren Geweben.

Botenstoffe (Endocannabinoide)

Die passenden körpereigenen Botenstoffe heißen Endocannabinoide. Die bekanntesten sind Anandamid und 2-AG. Sie werden bei Bedarf gebildet, docken an die Rezeptoren an und werden anschließend durch spezielle Enzyme wieder abgebaut. Dieses Zusammenspiel aus Rezeptoren, Botenstoffen und Enzymen macht das ECS aus.

Was hat Cannabis damit zu tun?

Die pflanzlichen Cannabinoide ähneln den körpereigenen Botenstoffen so stark, dass sie an dieselben Rezeptoren andocken können. THC bindet direkt an CB1 und löst so den Rausch aus. CBD wirkt indirekter und beeinflusst das System auf anderen Wegen. So greift Cannabis in ein Netzwerk ein, das der Körper ohnehin nutzt – das erklärt, warum es so vielfältige Effekte haben kann.

Warum das ECS für die Forschung wichtig ist

Weil das ECS an so vielen Prozessen beteiligt ist, gilt es als vielversprechender Ansatzpunkt für die Medizin. Gleichzeitig ist vieles noch nicht vollständig verstanden. Das Wissen über das ECS ist die Grundlage, um die Wirkung von Cannabinoiden überhaupt einordnen zu können.

Häufige Fragen

Hat jeder Mensch ein Endocannabinoid-System?

Ja. Das Endocannabinoid-System ist ein grundlegender Teil der Körperregulation und bei allen Menschen (und vielen Tieren) vorhanden – unabhängig davon, ob jemand Cannabis konsumiert.

Was sind Endocannabinoide?

Das sind körpereigene Botenstoffe wie Anandamid und 2-AG, die an dieselben Rezeptoren andocken wie die pflanzlichen Cannabinoide.

Warum wirkt Cannabis überhaupt beim Menschen?

Weil die pflanzlichen Cannabinoide den körpereigenen Botenstoffen ähnlich genug sind, um an die Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems anzudocken.

Quellen

Passend dazu: Cannabinoide und der Entourage-Effekt. Mehr im Lexikon.

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