Ernte und Weiterverarbeitung

Mit dem Schnitt ist die Arbeit nicht beendet – sie geht in ihre entscheidende Phase. Erntezeitpunkt, Trocknung und Nachreifung bestimmen gemeinsam, ob aus einem gelungenen Grow auch ein gutes Ergebnis wird. Dieser Bereich führt durch alle Schritte von der reifen Pflanze bis zum fertig gelagerten Material.

Die vier Schritte nach der Blüte

1. Den richtigen Zeitpunkt bestimmen

Der Erntezeitpunkt entscheidet über Ertrag und Wirkungscharakter – und lässt sich nicht korrigieren. Massgeblich ist der Zustand der Harzdrüsen, nicht der Kalender und auch nicht die Farbe der Blütenhärchen. Wie du milchige von bernsteinfarbenen Trichomen unterscheidest und welches Verhältnis welche Wirkung ergibt, erklärt der Beitrag zum Erntezeitpunkt.

2. Schneiden und trimmen

Beim Trimmen wird die übrige Blattmasse entfernt. Ob das direkt nach dem Schnitt geschieht oder erst nach der Trocknung, hängt vor allem vom Raumklima ab – in trockenen Räumen schützen die Blätter die Blüten vor zu schnellem Austrocknen. Die abgeschnittenen, harzhaltigen Blattspitzen sind kein Abfall: Aus ihnen lässt sich Kief gewinnen oder Haschisch herstellen.

3. Trocknen

Sieben bis vierzehn Tage bei 18 bis 20 Grad und 55 bis 60 Prozent Luftfeuchte, im Dunkeln und ohne direkten Luftstrom auf die Blüten. Zu schnelles Trocknen kostet Terpene und damit Aroma – und ist der häufigste Grund dafür, dass ein guter Grow am Ende nach Heu schmeckt. Details im Beitrag Cannabis trocknen.

4. Curing

Die Nachreifung in verschlossenen Gläsern baut Chlorophyll ab, gleicht die Restfeuchte aus und macht den Rauch weich. Zwei Wochen bringen bereits einen spürbaren Unterschied, vier bis acht Wochen gelten als Optimum. Der vollständige Ablauf steht im Beitrag zum Curing.

Das grösste Risiko in dieser Phase

Schimmel. Er entsteht dort, wo Feuchtigkeit nicht abtrocknen kann – in zu dicht gehängten Zweigen, in zu voll gepackten Gläsern, in zu früh verschlossenem Material. Befallenes Erntegut lässt sich nicht retten und gehört vollständig entsorgt. Worauf zu achten ist, beschreibt der Beitrag zu Schimmel und Blütenfäule.

Weiterverarbeitung

Nicht alles muss als Blüte enden. Aus Trim und geringerwertigem Material lassen sich Extrakte, Butter oder Öl herstellen – Voraussetzung dafür ist die Decarboxylierung, ohne die essbare Zubereitungen kaum wirken. Eine Übersicht über die Verarbeitungswege bieten unsere Rezepte.